Die Redaktion von akT. will sich kritisch und konstruktiv mit Kölner Theater und Kölner Kulturpolitik auseinander setzen. Damit die in akT. veröffentlichten Kritiken und Kommentare nicht zur Einbahnstraße werden, freuen wir uns über jede Diskussion, die auf dieser Seite entsteht. Schreiben Sie uns, kommentieren Sie – Aufführungen, Kritiken, kulturpolitische Ereignisse, was immer Ihnen einfällt.

Die akT ist unverzichtbar!
Der offene und öffentliche Umgang mit den Medien der Kulturrezension ist häufig ein Tabuthema für Kunst- und Kulturschaffende. Dies gilt in besonderem Maße, wenn diese zur so genannten freien Szene gehören.
Obwohl die Kulturredaktionen einen wichtigen Informations- und Bildungs-Auftrag innerhalb der Gesellschaft haben, und ihre Existenzberechtigung ohne das Kunstschaffen gar nicht gegeben wäre, agieren diese häufig aus einem ignoranten, bürgerlichen Kulturverständnis heraus, das offensichtlich nur die vermeintliche Hochkultur im Blick behält und sorgen so letztlich für ein kulturelles Zerrbild dieser Stadt, das weite Teile des zeitgenössischen Kunstschaffens ausblendet und ignoriert.
Eine Auseinandersetzung mit den Basisstrukturen, ohne deren Existenz Kunst- und Kulturschaffen langfristig höchstens auf semi-professionellem Niveau betrieben werden kann, also auch mit sich selbst, findet in den Kölner Journalistenstuben offensichtlich nicht statt.
Ansonsten wäre ihnen bewusst, das ohne fundierte Rezension der künstlerischen Arbeit viele Ensembles keinerlei Möglichkeiten hätten, über die Stadtgrenzen hinaus zu agieren, was wohl häufig gleichbedeutend sein dürfte mit dem ökonomischen Kollaps. Fast schlimmer aber noch ist die Lähmung der Künstler, wenn sie die Erfahrung machen müssen, totgeschwiegen zu werden.
Die Existenz und die Arbeit von akT sind in meinen Augen ein elementarer Baustein für die Kölner Tanz- und Theaterszene. Ohne diese monatlich erscheinende Theaterzeitung wären viele wichtige Arbeiten weitgehend sinnlos, weil sie in dieser Stadt und darüber hinaus auf Grund einer desaströsen Journallie überhaupt nicht wahrgenommen würden, bzw. ignoriert werden. Eine sinnvolle Kulturpolitik kann daher nicht auf akT verzichten!
Leider sind wir in Köln nicht gerade gesegnet mit sinnvoller Politik und für Kultur schon gar nicht. Umso wichtiger erscheint es, dass sich die Kunstschaffenden endlich selbst artikulieren, anstatt hinter verschlossenen Verwaltungstüren zu versuchen, die Bedingungen für Kunst in Köln zu verbessern.
Kreative, professionelle und würdevolle Bedingungen für das Kunstschaffen einzufordern und hierfür eine Lobby in der Gesellschaft zu finden ist auch Aufgabe der Künstler selbst.
Auch hierfür ist die Begleitung und Unterstützung durch akT unverzichtbar!
Klaus Dilger
MY LOVELY WHITE DOG
- dancecompany -