Die Redaktion von akT. will sich kritisch und konstruktiv mit Kölner Theater und Kölner Kulturpolitik auseinander setzen. Damit die in akT. veröffentlichten Kritiken und Kommentare nicht zur Einbahnstraße werden, freuen wir uns über jede Diskussion, die auf dieser Seite entsteht. Schreiben Sie uns, kommentieren Sie – Aufführungen, Kritiken, kulturpolitische Ereignisse, was immer Ihnen einfällt.
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Kölner Desaster
Nach friedlicher Winterpause passierten dieser Tage minütlich neue Entsetzlichkeiten in der Kölner Kulturpolitik – fast wäre etwa die erfolgreichste Intendantin Deutschlands vor ihrer Zeit von der SPD ihres Amtes enthoben worden. Ein wahrhaft absurder Vorgang.
Ganz abgesehen davon, dass Politiker Karin Beier in Köln übel mitgespielt haben – dennoch ist ihr Abgang zum Hamburger Schauspielhaus auch ein Wortbruch und äußerst enttäuschend. Wem soll man eigentlich noch glauben können, wenn nicht Karin Beier, die mit ihrem persönlichen Wort dafür einstand, die Sanierung des Schauspielhauses zu begleiten?
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Theaterpreise: Doppelt hält besser?
Die Verleihung der Kölner Tanz- und Theaterpreise warf auch in diesem Jahr Fragen auf – Ein Kommentar – und zwei Antworten.
Muss es wirklich sein, dass zwei der hoch dotierten Kölner Theaterpreise – der Hauptpreis in Höhe von 10.400 Euro sowie der Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater – an eine und dieselbe Inszenierung verliehen werden, obwohl es so viele andere Stücke auch verdient hätten? Die Diskussion ist eröffnet. Lesen Sie den Artikel aus akT.19 und Kommentare dazu.
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Kommentar zur Kritik über Katharsis “Endreinigung”
Guten Tag!
PROLOG: Die AKT ist toll, ich lese sie seit ihrer ersten Auflage. In Ihrem Artikel in der akt.16 vom Oktober auf Seite 05 “VOR DEM ENDE?” haben Sie en passant die GRUPPE KATHARSIS mit “ENDREINIGUNG” erwähnt.
Als von Ihnen “clever” genannter Moderator fühle ich mich einerseits natürlich gebauchpinselt, war aber als Co-Macher, Mensch und Künstler dieses Projektes mehrfach irritiert: Wieso haben wir keine fundierte Kritk bekommen? Warum fungieren wir als Beispiel für eine gescheiterte Produktion in einem sterbenden Theater? Wieso weist ENDREINIGUNG Ihrer Auffassung nach keinen inneren oder theatralischen Zusammenhang auf?
Wieso wird ein Theaterleiter zitiert, womit sich der Eindruck vollends erhärtet, dass auch der Chef des Theaters nicht hinter den von ihm ins Haus geholten Künstlern steht und sich in Floskeln wie “scheitern muss erlaubt sein” flüchtet?
Ihre beiläufige Negativ-Erwähnung unseres Projektes ist bedauernswerter Weise unsere erste Presse. Nun ist es besonders schwer, einen unvoreingenommenen Blick eines Kritikers zu erwarten. Wir sind mit diesem Konzert-Projekt nicht gefördert, haben es selber nach neun Monaten Vorbereitung gestemmt und möchten es weiterhin spielen und optimieren.
Wir sind lange in Köln tätige und lebende Künstler, die mit anderen Projekten von Theaterhaus bis WDR, Senftöpfchen bis Stadttheater das kulturelle Angebot dieser Stadt mitgestalten. Wir sind um ernsthafte Auseinandersetzung bemüht und wünschen diese auch von Ihnen.
Die gesamte Musikauswahl ist fokussiert auf eine stilistische Gegenüberstellung von Barock, Spätromatik und kleinen Popausflügen. Inhaltliche Hauptmotive sind TOD, Verwandlung, Ohnmacht, Verlust, Erwartung. Inhaltliche Bezüge sind intendiert und nachweisbar (auch am Zuschauerfeedback). Den inneren oder theatralen Zusammenhang sprechen Sie leider dem Projekt ab. Das steht im Widerspruch zu Meinungen von Regisseuren und Dramaturgen, die diesen Abend gesehen und gehört haben. Wenn man es nicht auf eine Geschmacks-Debatte reduzieren möchte, dann wäre es für uns sehr hilfreich auch ein negativ-wertendes Urteil auf seine formalen und ästhetisch-kritischen Gedanken befragen zu können. Dazu gibt die sehr kurze Erwähnung in dem Artikel über das Artheater aber keine Grundlage (und sollte es wohl auch nicht). Das ist schade!
Guido Preuß
http://www.gruppekatharsis.de,
nächste Termine: “Endreinigung” im artheater, 13. / 14. Januar 2011
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Die Theaterzeitung akT erhält den Kölner Ehrentheaterpreis 2010
Pressemitteilung der SK Stiftung Kultur
Köln, 16. September 2010
Kölner Ehrentheaterpreis 2010 an die Theaterzeitung akT
Den Kölner Ehrentheaterpreis 2010 erhält in diesem Jahr die akT gGmbH für ihr Projekt der Kölner Theaterzeitung akT.
Seit März 2009 erscheint akT als bundesweit erste und bisher einzige Theaterzeitung, die von den freien Theatern der Stadt unter Federführung der Kölner Theaterkonferenz und der plattform kölner theater herausgegeben wird, allerdings eine unabhängige Redaktion hat. Damit ist das Projekt beispielgebend für Deutschland. Chefredakteurin ist die freie Journalistin und Theaterkritikerin Dorothea Marcus.
Die aus den bisherigen Preisträgern des Kölner Ehrentheaterpreises zusammengesetzte Jury möchte mit ihrer Wahl die “große Kraftanstrengung dieses tollen Projektes der gesamten freien Szene” würdigen, dessen Überleben immer wieder am seidenen Faden hängt. Der Preis soll neben der Anerkennung aber insbesondere auch Ermutigung und Unterstützung bei den Verhandlungen über den Fortbestand sein.
Laut Selbstdarstellung möchte akT “Lust auf Theater machen, einen Überblick im Dschungel der Kölner Theaterlandschaft geben und sich kritisch und konstruktiv mit Theater und Kölner Kulturpolitik auseinander setzen”. Behandelt werden alle Formen der darstellenden Künste, Tanz und Kabarett, Oper und Performance.
Der Kölner Ehrentheaterpreis ist mit 2.600 Euro dotiert und wird von NetCologne gestiftet. Der Preis wird am 6. Dezember im Rahmen der Verleihung der Kölner Tanz- und Theaterpreise überreicht.
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Tanz im sanierten Schauspiel ohne Zukunft? Ein Leserbrief von Kajo Nelles nach dem Runden Tisch vom 1.9.2010
Leserbrief zum Runden Tisch vom 1. September 2010
Bilder sprechen Bände: ein Runder Tisch, der eckig ist. Genau so eckig, wie dieser Runde Tisch zu Köln verläuft der Planungsprozess in Sachen Offenbachquartier, zumindest für die Sparte „Tanz“. Der Kuchen war bereits verteilt, noch ehe die Vertreter der Bühnensparte „Tanz“ am Runden Tisch Platz nehmen konnten. Die Opern- und Schauspielhausintendanten, die Verwaltung und die Initiative „Mut zu Kultur“ hatten sich bereits darüber verständigt, dass in der 250 – 300 Millionen-Euro-Sanierung dem Tanz das Eckchen zugewiesen wird, das den Vorstellungen des Architekten Riphahn im Jahre 1957 entsprach: 277 qm in einem Labyrinth von mehr als 50.000 qm Nettofläche!
Den federführenden Architekten Daberto soll es recht sein. Sie meinen, sie hätten ihren Auftrag „Raumdefizite zu beseitigen“ und „zukunftsfähige Lösungen“ zu gestalten, vorzüglich erfüllt. Unisono lassen sie sich von Verwaltung, Intendanten und Initiative applaudieren. Sicherlich hat keiner dieser Damen und Herren in der Machbarkeitsstudie nachgelesen um festzustellen, dass nach Architektenplan jeder der avisierten 25 Tänzer zwei (!) qm Platz in seiner Gemeinschafts-Umkleide hat. Immerhin können sie sich im 144 qm großen Tanzsaal auf sechs qm voll austanzen - wenn kein Klavier im Raum steht. Eine Expertise der Tanzfachleute wurde weder eingeholt noch gewünscht!
Da diese Sanierung nach den Worten Herrn Dabertos für die nächsten drei bis fünf Dekaden die Arbeitsbedingungen des Hauses festzurrt, wäre mit der Zustimmung zu diesem Sanierungsplanung der Tanz als dritte Sparte an den Bühnen der Stadt Köln abgeschafft!
Dr. Bach vom Kölner Kulturrat forderte das Architekturbüro auf, der Wirklichkeit seiner eigenen Planung genüge zu tun und den Satz „Ballett als kleine Compagnie von 25 Tänzern möglich“ ersatzlos zu streichen. Dem schließe ich mich an.
Damit wird dem politischen Auftrag vom 13. April 2010 bei der Sanierung von Oper und Schauspielhaus die dritte Sparte „Tanz“ angemessen zu berücksichtigen nicht entsprochen. Zudem wurde der Auftrag des Rates „Vertreter des Tanzes am Planungsprozess zu beteiligen“ nicht umgesetzt.
Die Machbarkeitsstudie muss dahingehend erweitert werden, dem Tanz eine zukunftsfähige Lösung der Raumsituation im Gesamtensemble zu zuweisen. Alles andere entspricht nicht den Ratsbeschlüssen!
Kajo Nelles Köln, den 6. September 2010
Geschäftsführer
nrw landesbuero tanz
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Eine Chance – Fazit über drei Monate Kölner Tanzhaus
Am 9. Juni ging er zu Ende, der erste konkrete Versuch, in Köln ein Tanzhaus zu schaffen: 3000 Besucher kamen in den knapp drei Monaten nach Mülheim, für 31 Spieltage hatte die Fabrikhalle in der Schanzenstraße für Tanz und seine Grenzformen geöffnet. Hat sich das gelohnt? Oder war es herausgeworfenes Geld? Was für Erkenntnisse und Visionen gibt es im Hinblick auf die Zukunft eines Kölner Tanzhauses?
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Aufgeschäumte Aufregung. Heinrich Pachl über die Sanierungs”katastrophe”.
Die Sanierung der Bühnen Köln wird offenbar viel teurer als gedacht. Eine dramatische Wendung. Eine Katastrophe. Wirklich? Wir haben den Kölner Kabarettisten Heinrich Pachl um eine Polemik gebeten.
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